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Tradition und Klangkultur - Der Göppinger Kammerchor


Der Göppinger Kammerchor vor der Faurndauer Stiftskirche im Sommer 2009

Begeisterung für anspruchsvolle Chorliteratur, Neugier auf selten erklingende Meisterwerke, versierte Stimmbildung und Probentechnik – und Ausdauer, wenn es um den letzten Schliff vor der Aufführung geht: Das verbindet seit fast 40 Jahren die Sängerinnen und Sänger des Göppinger Kammerchors. Mit seinen innovativen Sommernachts- und Winternachtskonzerten und dem hohen qualitativem Anspruch ist der Göppinger Kammerchor heute das führenden Vokalensemble im Kreis Göppingen. [mehr]



Ein Rückblick: 40 Jahre Tradition und Klangkultur


Von Gernot Imgart

Seit nunmehr 40 Jahren existiert der Kammerchor in Göppingen und gilt als Vorreiter des anspruchsvollen A-cappella-Singens im Kreis. Als eigenständiger Verein ungebunden ist er seit 1971 musikalisch sowohl im weltlichen als auch geistlichen Genre zu Hause. In den letzten Jahren hat das Vokalensemble immer wieder mit außergewöhnlichen Konzertprogrammen im Zusammenspiel mit jungen Künstlern aus der Region auf sich aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist er nicht nur Insidern bekannt. Gerade in den letzten Jahren hat das Vokalensemble durch seine kontinuierliche Arbeit nicht nur ein Stammpublikum, sondern viele neue Freunde hinzugewonnen. Heute gehört der Kammerchor mit seinen Sommer- und Winternachtskonzerten zum festen Bestandteil der Konzertregion Stuttgart und damit auch zum kulturellen Aushängeschild der Stadt.

Es begann alles in der Oberhofenkirche

Es war im Jahre 1971, als sich einige begeisterte Sänger aus der Oberhofengemeinde bei dem damaligen Oberhofenkantor Erhard Frieß zu einem losen gemeinsamen Singkreis privat zusammen fanden. Von Anfang an ging es darum, neue und zum damaligen Zeitpunkt ungewöhnliche A-capella Literatur auszuprobieren und aufzuführen. Und es sollte vor allem Spaß machen. Mit dem Singen ohne Instrumentalbegleitung hatte der Chor schon damals mit seinem Gründungsvater Frieß achtbare Erfolge. Einige Schallplatten- und auch Funkaufnahme zeugen noch heute davon. Im Jahr 1991 übernahm der nachfolgende Oberhofenkantor Jörg M. Sander die Leitung des Chores und setzte mit Interpretationen unbekannter Werke neue Schwerpunkte. Unter dem dritten Chorleiter Hans-Eugen Ekert aus Stuttgart erarbeitet sich der Chor seit 2001 mit der historischen Aufführungspraxis ganz neues Terrain. Höhepunkte waren die Realisierung barocker Mehrchörigkeit mit bis zu fünf in der Kirche verteilten Sänger- und Instrumentalistengruppen und die Aufführung der Matthäus-Passion Bachs mit historischen Instrumenten.

Kulturpatenschaft mit neuen Impulsen

Im Jahre 2004 bekam der Chor durch eine Kulturpatenschaft mit dem Göppinger Unternehmer Sven Maier ganz neue Impulse und eine starke Dynamik. Die Wirtschaftsjunioren Göppingen hatten damals ein Projekt zur Förderung von Kultureinrichtungen initiiert, dass auf einer zeitlich begrenzten Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft basierte. Der Kammerchor besann sich wieder auf seine Kernkompetenz, das A-cappella-Singen. Ausgestattet mit einer neuen Marketingstrategie positionierte sich der Chor als „Qualitätsführer“ und sprach mit seinen pfiffigen Konzertkonzepten auch neues Publikum an. Projektbezogen gastierten auch andere Chorleiter, so bereits mehrfach der junge Stuttgarter Dirigent Mihaly Zeke. Mit seiner traditionellen Verbundenheit mit der Oberhofengemeinde steht dem Göppinger Kammerchor bis heute die Oberhofenkirche als ideale Konzertkirche zur Verfügung. Die Konzerte finden aus diesem Grund dieses Jahr auch als Benefiz zugunsten des Erhalts der Oberhofenkirche statt. „In der Rückschau war besonders die Kulturpatenschaft für uns ein ganz wichtiger Schritt in die Zukunft“, betont der aktuelle Vorsitzende des Kammerchors, Gernot Imgart. Der Chor sucht regelmäßig ambitionierte Sängerinnen und Sänger, die Freude am Singen haben und die helfen, die „Tradition und Klangkultur“ des Göppinger Ensembles weiterzuführen.



Vita des Göppinger Kammerchores

  • Seit 1971 setzt der Göppinger Kammerchor maßgebliche Akzente in der Kulturregion Göppingen. Was das Singen ohne Instrumentalbegleitung betrifft, hat der Chor unter seinem ersten Leiter, Oberhofenkantor Erhard Frieß, Pionierleistungen erbracht. Zahlreiche Rundfunk- und Tonträgeraufnahmen dokumentieren den hohen Anspruch an die Klangqualität.
  • 1991 übernahm Oberhofenkantor Jörg M. Sander die Leitung und setzte mit Interpretationen unbekannter Werke neue Schwerpunkte: So die szenischmusikalische Aufführung von Hugo Distlers „Totentanz“ oder die Uraufführung einer Motette von Johannes H.E. Koch.
  • 2001: Unter seinem dritten Chorleiter Hans-Eugen Ekert erarbeitet sich der Chor seit 2001 mit der historischen Aufführungspraxis neues Terrain. Bisherige Höhepunkte waren die Realisierung barocker Mehrchörigkeit mit bis zu fünf in der Kirche verteilten Sänger- und Instrumentalistengruppen im Juli 2002 und die Aufführung der Matthäus-Passion Bachs mit historischen Instrumenten im April 2003. Mit Hans-Eugen Ekert leitet einer der profilierten Vertreter der historischen Aufführungspraxis in Baden-Württemberg die künstlerischen Geschicke des Chores. [mehr]
  • 2004: Durch die Kulturpatenschaft mit den Wirtschaftsjunioren Göppingen und dem Kulturpaen Sven Maier erhält der Chor eine neue Ausrichtung und Dynamik.


Kulturpatenprojekt der Wirtschaftsjunioren Göppingen

Kultur und Wirtschaft sollen voneinander profitieren | Der Göppinger Kammerchor war im Jahre 2004 eines der zwei Kulturpatenprojekte der Wirtschaftsjunioren Göppingen. Mit dem Knowhow-Transfer zwischen erfahrenen Unternehmern und Kultureinrichtungen soll diesen geholfen werden, wobei auch die Unternehmer profitieren können [mehr]



Göppinger Kammerchor: Tradition mit Klangkultur


Das aktuelle Ensemble im Jahre 2009

Begeisterung für anspruchsvolle Chorliteratur, Neugier auf selten erklingende Meisterwerke, versierte Stimmbildung und Probentechnik – und Ausdauer, wenn es um den letzten Schliff vor der Aufführung geht: Das verbindet seit fast 40 Jahren die Sängerinnen und Sänger des Göppinger Kammerchors. Als eigenständiger Verein ungebunden, fühlt sich das Ensemble in sakralem wie weltlichem Repertoire heimisch. Aus traditioneller Verbundenheit mit der Oberhofengemeinde steht dem Göppinger Kammerchor die Oberhofenkirche als ideale Konzertkirche zur Verfügung. Die Hörer schätzen vor allem das ausbalancierte und durchsichtige Klangbild sowie die spontane Lebendigkeit der Interpretationen. Musik in ihrer historischen Gebundenheit zu verstehen und für den heutigen Hörer erfahrbar und erfühlbar zu machen, ist die schöpferische Motivation aller Beteiligten.



 
 
Letzte Aktualisierung am 12.12.2011