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Informationen für die Presse

Hier finden Sie unser umfangreiches Pressearchiv zu den Konzerten des Göppinger Kammerchors aus den vergangenen Jahren.

Sollten Sie Interesse haben, den Göppinger Kammerchor zu einem Konzert einzuladen, sprechen Sie uns bitte einfach an oder schicken Sie uns eine Email.

Pressespiegel 2021

Pressespiegel 2020

Coronabedingt fanden 2020 keine Konzerte statt.

Pressespiegel 2019

NWZ vom 20.03.2021: Ein musikalisches Doppel-Jubiläum

Von Annerose Fischer-Bucher

Foto: Giacinto Carlucci

Der Göppinger Kammerchor und die Orgel der Oberhofenkirche werden 50 Jahre alt. Die Jubiläumsveranstaltung wird wegen Corona auf das nächste Jahr verschoben.

Weil dem langjährigen Leiter des Göppinger Kammerchors, Kirchenmusikdirektor Erhard Frieß, 1967 das Angebot gemacht wurde, dass die pneumatische Weigle-Orgel durch eine neue Orgel ersetzt werden solle, konnte man Frieß von Windsbach auf die Kantorenstelle nach Oberhofen in Göppingen locken. 1971 war dann die neue Orgel durch die Orgelbaufirma Kurt Oesterle aus Albershausen fertig und wurde feierlich eingeweiht.

"Die höchste Gesangskultur des Chors ist A-Cappella." Erhard Frieß, Gründer des Göppinger Kammerchors

Frieß, der in Windsbach beim berühmten Knabenchor unter Hans Thamm Stimmbildner, Organisationsleiter und Konzertorganist gewesen war, gründete im gleichen Jahr den Göppinger Kammerchor, den er zwanzig Jahre leitete und der bei der Einweihung der neuen Orgel mit Motetten von Pepping, Sweelinck und Distler sein Debüt gab.

Das Credo war, A-Cappella-Kirchenmusik aufzuführen, die vom 16. Jahrhundert bis zu zeitgenössischer Musik reichte, aber auch zu entsprechenden Anlässen weltliche Programme zu gestalten. "A-Cappella-Musik erfordert eine hervorragende Stimmbildung, eine homogene Klangkultur und eine sehr durchdachte Interpretation", so der Gründer des Chores. Hier komme die menschliche Stimme wirklich zur Geltung und werde nicht durch Instrumente zugedeckt.

Angefangen hatte alles in der Wohnung des Kantoren-Ehepaars, in der sich professionelle und semiprofessionelle Sängerinnen und Sänger einmal im Monat sonntags im Doppelquartett trafen, um Chorwerke auszuprobieren. Nach dem gemeinsamen Singen gab es Abendessen und einen Pfälzer Morio-Muskat-Wein. Da mehr und mehr Sänger dazukamen und die Leistungen immer professioneller wurden, beschloss man, 1971 einen Göppinger Kammerchor aus der Taufe zu heben. Der Chor gab unter seinen bislang sieben Dirigenten unzählige Kirchenkonzerte. Legendär waren etwa die Weihnachtskonzerte bei Kerzenbeleuchtung.

Weltliche Programme wie die Liebeslieder-Walzer von Brahms, die der erst kürzlich verstorbene Ermbrecht Frentzel-Beyme, damals Kulturamtsleiter und ausgebildeter Konzertpianist, begleitete, oder die Gestaltung von Festsitzungen des Gemeinderates oder die Eröffnung und das Abschlusskonzert der Göppinger Tage in der Partnerschaftsstadt Foggia im Jahr 1974 sind nur einige Beispiele der vielfältigen Konzerttätigkeit des Kammerchors.

Barocke Mehrchörigkeit und die Aufführung der Bachschen Matthäuspassion in historischer Aufführungspraxis dokumentieren die künstlerische Leistungsund Wandlungsfähigkeit des Chores weit über Göppingen hinaus.

Gisela Sonnabend, die heutige Vorsitzende, hofft, dass das Jubiläum mit dem Brahms-Requiem in Kooperation mit dem Chor von Sankt Maria im nächsten Jahr nachgeholt werden kann.

Die Orgel der Oberhofenkirche, die in den 1980er Jahren restauriert wurde und der dann noch vier weitere Register hinzugefügt wurden, kann ebenfalls auf ein stolzes Repertoire bekannter Interpreten und Organisten zurückblicken.

So waren etwa Hedwig Bilgram und Maurice André zu Gast, Karl Richter, Valery Maisky, Ernst Leuze oder Hermann Rau. Während der zweijährigen Sanierung der Oberhofen-Kirche war sie ausgebaut und gereinigt worden und bekam eine sogenannte Setzer- Kombination. Mit ihr ist eine Vielzahl von Registervoreinstellungen möglich, so dass der Organist keine Registrierhilfe mehr benötigt.

Orgel und Chor feiern Jubiläum

Die Orgel der Göppinger Oberhofenkirche wurde von der Firma Kurt Oesterle aus Albershausen mit über 40 Registern und drei Manualen gebaut. Zur feierlichen Einweihung am 28. März 1971 sang der zur gleichen Zeit gegründete Göppinger Kammerchor Motetten von Pepping, Sweelinck und Distler.

Die Leiter des Kammerchors waren Erhard Frieß (Gründer), Jörg Sander, Hans-Eugen Eckert, Mihaly Zeke, Andreas Großberger, Fabian Wöhrle. Aktueller Leiter: Leonard Hölldampf.

Die Vorsitzenden des Kammerchors waren Dieter Bittig, Heide Dittert, Helga Dubbe-Wegener, Gernot Imgart. Derzeitige Vorsitzende: Gisela Sonnabend

Quelle: NWZ - Annerose Fischer-Bucher - 20.03.2021

NWZ vom 18.11.2019: Göppinger Kammerchor singt Requiem von Fauré

Von Lilli Ell

Foto: Stauferpress

Der Göppinger Kammerchor unter der Leitung von Fabian Wöhrle führt das "Requiem" von Gabriel Fauré auf. Für Wöhrle ist es sein Abschiedskonzert.

Der Göppinger Kammerchor unter der Leitung von Fabian Wöhrle sang am Wochenende das "Requiem" von Gabriel Fauré, eingerahmt von Motetten alter Meister. Für Wöhrle, der 2014 die Leitung des Chores übernommen hatte, war es sein Abschiedskonzert. Wöhrle führte das Werk mit Georg Oberauer an der Orgel auf, Olga Wegener sang die Sopran- und Sascha Kecskes die Baritonpartien. Im Mittelpunkt stand das "Requiem" von Gabriel Fauré, sein einziges größeres Werk mit einem religiösen Text als Grundlage. Unter den französischen Komponisten ist er in Deutschland eher weniger bekannt geblieben. Musikgeschichtlich ist er von Liszt und Brahms bis hin zur atonalen Epoche um Schönberg anzusiedeln.

Faurés "Requiem" ist anders als die Vertonungen seiner Zeitgenossen. Er hat nicht den gesamten Text der Totenmesse vertont. Er verzichtet auf das "Dies Irae", das himmlische Strafgericht und die Androhung der Höllenqualen. Sein Bild vom Jenseits ist eine friedvolle und schöne Vision. Er wollte ein liebevolles Requiem schreiben, "es ist so sanftmütig wie ich selbst", sagte er einmal. Das Werk ist eher ein kammermusikalisches, die Dynamik gezügelt, die Klangfarben gedämpft, es ist feinfühlig empfundene Musik. Genauso setzte Fabian Wöhrle dieses Werk in musikalische Szene, der Chor sang kraftvoll und zart zugleich, mit klaren, reinen Schlusstönen.

Die Sopran- und Baritonsoli passten sich organisch in die Chorpartien ein. Olga Wegener sang mit zartem Schmelz und sicher in der Höhe. Im "In Paradisum" zeigte sich ein schöner Wechsel von Frauenchor, der fast sphärisch erklang, die Tutti dann aber doch vollmundig, mit reicher Dynamik und abwechslungsreich gestaltet.

Besonders stimmungsvoll war das leise Verklingen am Ende des Werkes. Man spürte die Einheit von Chor und Dirigent, die Fähigkeit, den harmonischen Schwebezustand zwischen Dur und Moll durchzuhalten bis zum Schluss.

Andrew Lloyd Webber, Musical-Komponist, und auch Filmkomponist Philip Glass ließen sich von Fauré zu ähnlichen Werken inspirieren. Der Kammerchor präsentierte das Werk mit zarter Klanglichkeit, sehr elegant, mit zuversichtlichem Charakter und mit feinsinnigem Duktus die Vorstellung des Komponisten unterstreichend. Wöhrle dirigierte fantasievoll und engagiert, dem Chor die nötige Sicherheit gebend.

Eingebettet war das Requiem unter anderem in Motetten von Johann Christoph Bach und Johann Hermann Schein. Ein gelungener, intelligenter Kontrast zum Werk von Fauré. Am Ende gab es viel herzlichen Beifall für ein gelungenes und etwas anderes Abschiedskonzert.

Scheidender Chorleiter Fabian Wöhrle

Fabian Wöhrle, der scheidende Chorleiter des Göppinger Kammerchores, ist seit 2014 an der Stadtkirche in Ludwigsburg als Kirchenmusiker tätig. Zeitgleich hat er den Göppinger Kammerchor übernommen. 1981 in Sindelfingen geboren und in Heidenheim aufgewachsen, leitete er 1999 seinen ersten Kirchenchor in Söhnstetten. Er studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule Stuttgart sowie Orchesterleitung in Weimar. 2010 wurde er Assistent des Chor direktors und Solorepetitor am Deutschen Nationaltheater Weimar.

Quelle: NWZ - Lilli Ell - 20.12.2016

Konzert zum Ende des Kirchenjahres am Sonntag, 17. November 2019 um 18 Uhr in der Oberhofenkirche Göppingen


Foto: privat

Der Göppinger Kammerchor musiziert am Sonntag, 17. November 2019 um 18 Uhr in der Oberhofenkirche Göppingen geistliche Vokalwerke zum Volkstrauertag. Im Mittelpunkt steht dabei das berührende Requiem des französischen Komponisten Gabriel Fauré in der Fassung für Solisten, Chor und Orgel. Fauré vertont überwiegend die tröstlichen Passagen des Requiemtextes und lässt nur am Rande die dramatischeren Inhalte aufscheinen. Gabriel Fauré (1845 – 1924) wurde von Camille Saint-Saens unterrichtet und hatte seinerseits auch berühmte Schüler, z.B. Maurice Ravel und Reynaldo Hahn. Er war ein "Kind der Kirchenmusikausbildung" und wurde auch "der französische Schumann" genannt. Das 1888 komponierte Requiem in der Fassung für Orgel wurde auch an Faurés eigener Trauerfeier aufgeführt. Die "eigenständige, poetisch nuancierte Tonsprache auf der Grundlage differenzierter Harmonien" stellte für die damalige Zeit etwas Unerhörtes dar. Faurés Bild vom Jenseits ist eine friedvolle und angenehme Vision, ein Himmel, der allen Fegefeuerschrecken verloren hat. Damit stand seine Vorstellung in großem Gegensatz zu der damals herrschenden Lehrmeinung der katholischen Kirche. Der letzte Teil ‚In Paradisum' wurde noch nachträglich hinzugefügt.

Im ersten Teil des Konzerts erklingen Trauer- und Trostmotetten barocker Meister, so die Motette 'Der Mensch vom Weibe geboren' von Johann Christoph Bach, zwei Motetten aus dem Israelsbrünnlein von Johann Hermann Schein ('Da Jakob vollendet hatte' und 'Die mit Tränen säen') sowie 'Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen' von Gottfried August Homilius. Zwischen den beiden Teilen steht überleitend das Werk 'Spiegel im Spiegel' des estnischen Komponisten Arvo Pärt in der Fassung für Orgel solo.

Ausführende sind Olga Wegener (Sopran), Sascha Kecskes (Bariton), Georg Oberauer (Orgel) und der Göppinger Kammerchor, bei diesem Konzert letztmalig unter der Leitung von Fabian Wöhrle.

Fabian Wöhrle leitet den Göppinger Kammerchor seit April 2014. Nach fünf Jahren musikalisch fordernder, aber auch überaus fördernder Zusammenarbeit heißt es wieder einmal Abschied zu nehmen. In den vielen stets sehr strukturierten, gewinnbringenden und heiteren Proben erarbeitete Fabian Wöhrle auch selten gehörte Werke in oft ganz eigener Zusammenstellung. Dabei arbeitete er schon von Beginn einer Probenphase an am musikalischen Ausdruck. Das Bemühen um und das Erreichen einer sicheren Intonation war ebenfalls wichtiger Bestandteil der Probenarbeit. In bester Erinnerung sind die musikalischen Weihnachtsoratorien, die er stilsicher und spannend aus unterschiedlichen Vertonungen verschiedener Komponisten zusammengestellt hatte.

Auch die Presse (NWZ) und die Zuhörer waren begeistert:

  • "Bewegende Interpretation" der Johannespassion von Johann Sebastian Bach,
  • "Gelungenes Experiment", "Leichtigkeit und Heiterkeit, die der Dirigent zum Ausdruck brachte", "Kammerchor wagt Alternative" und das, was er dem Chor von Anfang an vermittelte: "Die pure Lust am Singen".

Der Abschied fällt den Mitgliedern des Göppinger Kammerchores nicht leicht, doch sie wünschen natürlich Fabian Wöhrle für den beruflichen Abschnitt ohne die Göppinger alles Gute und weiterhin viel Freude und Erfolg.

Im Frühjahr / Sommer 2020 wird der Göppinger Kammerchor wieder sein schon etabliertes Sommernachtskonzert mit dem Nachfolger von Fabian Wöhrle musizieren.

Karten für das bevorstehende Konzert sind für 15 Euro (Schüler und Studenten haben freien Eintritt) im Vorverkauf beim i-Punkt in Göppingen, der Baronner'schen Apotheke in Bad Boll oder bei den Chormitgliedern erhältlich.

Am Samstag, 16. November 2019 führt der Göppinger Kammerchor das Konzert um 18 Uhr auch in der katholischen Kirche St.Thilo in Heiningen auf.

Berührende Seelenzustände

Von Annerose Fischer-Bucher

Foto: Stauferpress

Konzert Der Göppinger Kammerchor beeindruckt mit seiner Aufführung von Bachs Johannespassion in der Göppinger Oberhofenkirche.

Eine bewegende Interpretation der Bachschen Johannespassion lieferten der Göppinger Kammerchor, das "ensemble flessibile" und Solisten unter der Leitung von Fabian Wöhrle am Samstag in der vollen Göppinger Oberhofenkirche. Zu verdanken war dies einem Instrumentalensemble, das auf Originalinstrumenten spielte, einem präzise agierenden Chor und professionellen Solisten, die für ihren jeweiligen Part zielsicher ausgewählt worden waren.

Durch eine weitgehend an der historischen Aufführungspraxis orientierte Interpretation durch Fabian Wöhrle erfuhr die oratorische Passion von der Leidensgeschichte Jesu bis zu seinem Tod eine Durchsichtigkeit und Entschlackung von allem überflüssigen barocken Pomp. Sie behielt gerade deshalb eine Durchschlagskraft in der Dramatik des Geschehens durch die Chöre, eine berührende Darstellung von Seelenzuständen durch die Arien, eine religiöse Rückführung durch die Choräle und eine erzählende Dramatik durch den Evangelisten.

Der Eingangschor "Herr unser Herrscher" zeichnete durch einen großen zupackenden Klang im Chor den Text nach, während die Instrumentalisten noch zurückhaltend musizierten. Im Verlauf der Passion erweiterte sich jedoch der Originalklang, während der Chor etwa im Schlusschor "Ruht wohl" sehr zurückgenommen offenbar die Totenruhe nicht stören wollte. Seine verschiedenen Funktionen füllte der Kammerchor den Situationen entsprechend gut aus.

Die Feindseligkeit einer Menge – von Spott bis zu einer wahnwitzigen Wut ("Kreuzige, kreuzige")–, die sich auch durch die Einwände von Pilatus nicht besänftigen ließ, wurde in einer erbarmungslosen Härte deklamiert, während die Choräle in ihrer Schlichtheit Frömmigkeit ausdrückten. Besonders berührend war der kindlich wirkende Schlusschoral ("Ach Herr, lass dein lieb’ Engelein"), auf den nach atemloser Stille in der Oberhofenkirche langer Beifall folgte.

Bei den Solisten bestach Sabine Czinczel (Alt) durch eine makellose Technik und ein strahliges, aber doch samtweiches Timbre. Die Arie "Es ist vollbracht", die einen tieftraurigen Gemütszustand beschreibt, eingerahmt vom Vivace des "Der Held aus Juda siegt mit Macht", gehörten zu den Höhepunkten der Aufführung. Der spröde Klang der Gambe, virtuos gespielt von Rahel Klein, tat ein Übriges.

Johanna Zimmer (Sopran) präsentierte den Affekt in "Zerfließe, mein Herze" mit Traversflöten (Gritli Kohler-Nyvall, Lena Hanisch) klar und unaufdringlich schön. Sebastian Auer (Bass) sang die Jesus-Partie und in Vertretung des erkrankten Baritons Florian Götz hatte Emanuel Fluck aus Stuttgart die Partien von Petrus, Pilatus und die Arien übernommen. Fluck setzte die Figur des Pilatus mit seiner Zerrissenheit grandios in Szene.

Eine Höchstleistung erbrachte Johannes Mayer (Tenor) als erzählender Evangelist in kraftvoller Dramatik als auch lyrisch-zart je nach Textaussage. Einziger Schönheitsfehler war eine zu große Dynamik beim bitterlichen Weinen von Petrus, denn Traurigkeit und Beschämung ist verinnerlicht-leise. Zuverlässig an Orgel und Violone agierten Evelyn Laib und Miriam Wieck ebenso wie die Solo- und Orchesterinstrumente der Barockoboen (Gustav Friedrichson, Anke Nevermann), Stefanie Hilche (Viola) und Alexey Fokin und Attila Deés an den Violinen.

 
Letzte Aktualisierung am 12.07.2021 GK